Sommerzeit ist Sonnenbrandzeit –
aber nicht, wenn der Käseteint gut eingecremt und im besten Fall vor der Sonnenstrahlung geschützt wird. Zwar gibt es eine große Auswahl hübscher Parasole , aber manchmal möchte man ja auch etwas Eigenes machen.

Wie bereits in einem meiner letzten Tutorials ersichtlich war, bin ich ein großer Fan von Spinnennetzen und habe mir vor kurzem einen Spinnennetz-Parasol gemacht. Wie das einfach geht (keine Nähkünste erforderlich) möchte ich hier zeigen.

Ihr braucht:
  • Einen alten Schirm oder Parasol (Stoff, nicht Papier)

  • Baumwollstoff und/oder Satin zum beziehen

  • Perlen und Pailletten (silbern und/oder schwarz)

  • Schneiderkreide, Nadel und Faden

  • Schleifpapier, Grundierung, schwarzer Lack, Oberlack

  • ggf. noch Paillettenborten und Stoffblumen

 Schirm beziehen

Bei dem ersten Schritt habe ich einen alten Spitzen-Parasol mit schwarzem Baumwollstoff (ohne Stretch) überzogen. Dafür könnt ihr auch problemlos alte Regenschirme oder kaputte Sonnenschirmchen nehmen. Für einen edleren Look habe ich ihn danach noch mit Satin bespannt, aber Achtung – er wird recht dick!
Und falls es nicht perfekt wird – kein Problem, von den Rändern und Übergängen wird man später ohnehin nichts mehr sehen.

 Schirmspeichen besticken

Damit die Mittellinien des Spinnennetzes sich gut hervorheben, habe ich sie erst mit schwarzen Pailletten umrandet und danach mit silbernen Pailletten und Perlen bestickt.

 Netz aufmalen und besticken

Tada – jetzt geht es an das Eingemachte – das Weben des Netzes! Dafür habe ich zunächst die einzelnen Abschnitte des Fächers mit Kreide zur Orientierung grob halbiert und dann die Bögen mit der Hand vorgemalt. Ab und zu würde ich den Abstand messen um zu schauen, ob man ungefähr gleich bleibt. Allerdings habe ich mich bewusst gegen ein akkurat-geometrisches Netz entschieden und kleine Asymmetrien eingebaut.

 Paillettenborte

Wenn das erledigt ist – der langwierigste, aber unterhaltsamste Part, kann wer will noch der Abschlusskante eine Paillettenborte hinzufügen. Ich hab das gemacht, da ich nicht immer perfekt sauber gearbeitet habe und damit kleine Unregelmäßigkeiten elegant überdecken konnte.

Wichtig: Das vorsichtige Entfernen der Kreidemarkierungen nicht vergessen!

 Schleifen, grundieren, lackieren, versiegeln

Als eines der wichtigsten optischen „Upgrades“ erwies sich das Lackieren. Durch den hölzernen Griff und die metallischen Speichen wirken die Schirme oft billig. Das lässt sich durch Lackieren allerdings leicht beheben. Dafür muss die Oberfläche zunächst angeraut und anschließend grundiert werden. Gut durchtrocknen lassen, und anschließend mit schwarzem Lack bepinseln (nicht zu dick, sonst lässt er sich nicht mehr schließen). Um den Halt der Farbe zu verbessern, danach mit einem Oberlack versiegeln.

 Fertig!

Ich hab meinem Modell noch zur Auflockerung rosa Pfingstrosen angefügt, die ich mit den gleichen Tube-Perlen bestickt habe. Das ist ein Tutorial für Näherinnen wie mich – Nix-Können, Nix-Wissen, aber selbermachen.

Wie gefällt es euch? Selten glitzert Düsteres in der Sonne so schön <3